Jede Künstlerische Intervention ist ein Unikat

Wie und warum wirken Künstlerische Interventionen? Die Wirkungsforschung zu der relativ neuen Methode der künstlerischen Intervention steckt noch in den Kinderschuhen. Schon deshalb, weil sie sich einer Systematik entzieht, denn es gibt keine „typische künstlerische Intervention“. Sie kann wenige Tage dauern, aber auch Monate oder sogar Jahre. Es können ein oder mehrere KünstlerInnen einbezogen sein und sie kommen aus allen möglichen Kunstsparten. Die Intervention basiert auf der besonderen Art der Künstler zu denken, mit Menschen zu arbeiten, Ideen zu entwickeln, mit Produkten und Räumen umzugehen. Oder im Laufe des Prozesses entsteht ein Kunstwerk, eine künstlerische Arbeit, meist gemeinsam mit den MitarbeiterInnen.

Auf der Seite des Unternehmens gibt es auch vielfältige Situationen: von der Anzahl der beteiligten MitarbeiterInnen bis zu den Zielen der Organisation, die meist eher weit gefasst sind, wie z.B. die Kreativität zu steigern, die Kommunikation zu verbessern, neue Produktideen zu entwickeln, die Innovationskraft zu stärken, die Identität zu klären usw. Wie bei jedem Beratungsprozess wird die Organisation gleichzeitig durch viele andere Entscheidungen, technologische und Marktentwicklungen beeinflusst. Daher kann eine monokausale Verbindung zwischen der künstlerischen Intervention und dem Erfolg des Unternehmens nicht hergestellt werden.

ArianeBerthoinAntal

Ein Team von WissenschaftlerInnen, dem u.a. Ariane Berthoin Antal und KollegInnen am WZB, Wissenschaftszentrum Berlin, angehörten, hat für das „Creative Clash Project on artistic interventions in organisations“ trotz dieser Rahmenbedingungen aus den bis dato vorliegenden Veröffentlichungen einige typische Ergebnisse herausgefiltert, zum Beispiel:

  • Obwohl in den meisten Fällen die Mitarbeiter anfangs skeptisch sind, gelingt es den Künstlern immer, sie zu gewinnen. Auch wenn der Prozess manchmal durch schwierige Phasen der Irritation und Frustration geht, berichten die Menschen am Ende, dass sie eine sehr positive Erfahrung gewonnen haben.
  • Das gilt sowohl für die einzelnen Personen als auch Gruppen/Teams und die Organisationsebene. Dabei verstärkt sich die Wirkung wechselseitig, der Funke springt über!
  • Sowohl die Manager als auch die Mitarbeiter sagen, dass künstlerischer Interventionen vor allem das Innovationspotential stärken.
  • Bei Lern- und Changeprozessen wird an erster Stelle „Mehr und differenzierter sehen“ und „Der Kick zu neuer Aktivität“ genannt, gefolgt von „Kooperation“ (echter Zusammenarbeit statt nur gemeinsam zu arbeiten) und „Meine persönliche Entwicklung“.
  • Die Kraft der künstlerischen Intervention liegt darin, Möglichkeitsräume zu eröffnen, in denen mit neuen Formen des Sehens, Denkens und Handelns experimentiert werden kann.
  • Künstlerische Interventionen sind Ereignisse mit Anfang und Ende. Daher liegt es an den ManagerInnen und MitarbeiterInnen, den Nutzen für die Organisation und die Nachhaltigkeit der Wirkung zu sichern.

cci-reportsDer ausführliche Bericht wurde bei der Creative Clash Konferenz am 19.3.2013 in Brüssel veröffentlicht und steht für Interessenten zum Download bereit.

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Über Helga Stattler
Institut für Kunst und Wirtschaft

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