Nachhaltiges Kunstprojekt der Gaulhofer Industrieholding

Manfred Gaulhofer

Manfred Gaulhofer

Der interessanteste Beitrag bei einer Podiumsdiskussion im Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste am 28. April, kam von Manfred Gaulhofer, Geschäftsführer der Gaulhofer Industrieholding GmbH. Er berichtete über mehrere Projekte gemeinsam mit Künstlern, wie zum Beispiel eine Theaterproduktion mit dem Regisseur Henning Mankell, ein regionales Kunstprojekt und eine Aktion, in der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv einbezogen wurden und die noch heute, nach fast zwei Jahren, im Unternehmen sicht- und spürbar ist.

Der Konzeptkünstler Werner Reiterer realisierte für Gaulhofer dieses Projekt mit dem Titel „Dicke Luft“. Er befragte die MitarbeiterInnen, was sie an persönlichen Gedanken, Empfindungen und Gefühlen täglich in die Arbeit mitbringen. Mehr als 100 Begriffe wurden ihm genannt, von Wissen, Neugierde, Freude, Sinn, Poesie bis Herzblut, Schweiß und Wutausbruch.

Reiterer „füllte“ diese emotionalen Grundstoffe in Leergebinde aus dem Produktionsalltag des Unternehmens wie Dosen, Kübel und Fässer.Die Gebinde wurden beschriftet und mit Gebrauchsanleitungen versehen. Für „50 Liter Ehrgeiz“ lautet die Anweisung zum Beispiel: Missbrauch strafbar! Bei Überdosierung Missgunst. Bei „Emotionen“ heißt es: Nicht mit anderen Produkten mischen, Explosionsgefahr. Jeder Mitarbeiter konnte die Gebinde im Firmenareal an passenden Orten verteilen. So steht ein großes Fass, das laut Label „Mutters Rat“ beinhaltet, neben einer Werkmaschine, ein Kübel „Kontaktarmut“ vor einer Bürotüre. Noch heute fragen Mitarbeitende: „Wo ist die Dose Geniestreiche?“ oder „Wer hat gerade den Kübel Ärger?“, um sie an einer passenden Stelle deponieren zu können. Eine nachhaltige Botschaft, nicht nur das materielle Funktionieren der MitarbeiterInnen anzuerkennen, sondern auch ihre Emotionen und Werthaltungen wahrzunehmen.

Damit gab Manfred Gaulhofer eine konkrete Antwort aus der Praxis auf die zentrale Frage der Podiumsdiskussion, die da lautete: „Wer braucht Kunst? Wem nützt Kunst? Kunst und Wirtschaft – Unterschiedliche Modelle der Kooperation“. Zu diesem Gespräch im Semper Depot hat der Manager Georg Folian, Vorstand von Warimpex und Initiator der Projekte „Serendipity“ und „georgfolianzeigt“ eingeladen. Mit Folian am Podium waren neben Gaulhofer die Künstler Veronika Dirnhofer und Richard Kriesche sowie als Moderatorin die Regisseurin des Theaters im Bahnhof, Monika Klengel.

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Über Helga Stattler
Institut für Kunst und Wirtschaft

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